21.6.2016. Es ist kurz vor 05:30 Uhr als ein Anwohner in Curaglia bemerkt, dass ein Stall in Pali, gegenüber von Curaglia, brennt. Sofort alarmiert er die Feuerwehr über den Notruf 118. Der Alarm erreicht uns um 05:28 Uhr und der Ersteinsatz rückt mit 23 Mann aus. Kurz vor Curaglia ist aber klar, dass das Feuer sehr gross ist und dass die umliegenden Gebäude in Gefahr sind. So werden um 05:41 die Gesamtfeuerwehr und die Polizei aufgeboten, insgesamt 71 Mann und ein Kantonspolizist die rund 10 bis 25 Minuten später, je nach aus Ausrückungsort, eintreffen.

Pali, ein ehemaliger Weiler des Val Medel, ist heute nicht mehr bewohnt. Rund um die Kapelle reihen sich einige Ställe, tiefer liegt ein Stallkomplex bestehend aus 4 Ställen, zwei davon sind recht neu. Einer dieser neuen Ställe steht im Vollbrand und es gibt kein Löschwasser. Durch die Nähe zum Hauptstall und einem älteren Stall besteht die grosse Gefahr eines Übergriffes und so stehen wir da, mit einem KLF, kurz später mit dem TLF, praktisch ohne Wasser, einem Vollbrand gegenüber. Dank der grösseren Niederschläge der letzten Tage hat es im tiefer gelegenen Medelserrhein einen recht grossen Tümpel, der mit dem Restwasser einer weiter hinten liegenden Wasserfassung gespiesen wird. So muss so schnell wie möglich eine Transportleitung erstellt werden, was sehr gut klappt. Rund 15 Minuten nach unserem Eintreffen hat das TLF Wasser für die ersten zwei Druckleitungen. Pierino Bisquolm übernimmt die Einsatzleitung und entscheidet sich für die Angriffsrichtung. Unter Atemschutz gelingt es uns recht schnell, das Feuer vom Hauptstall wegzuhalten. Bereits um 06:05 Uhr ist das Feuer unter Kontrolle und die Glutnester und kleineren Feuer können abgelöscht werden. Der Brand wird so weit gelöscht, dass keine Spuren zerstört werden. Dabei kommt die neue ADL zum Einsatz, welche uns nicht nur den Übergriff verhindert, sondern auch die gelagerten Strohballen abzulöschen vermag. Da keine Gefahr mehr besteht, entschliessen wir uns, nicht weiter zu löschen und auf den Brandermittler zu warten. Erst nachdem dieser seine Arbeit gemacht hat, werden die Strohballen auseinandergerissen und das Feuer endgültig gelöscht. Die Löscharbeiten dauern bis 11:30 Uhr. Anschliessend folgen die Retablierungsarbeiten und die Brandstelle wird nochmals dreimal kontrolliert.

Der Einsatz war sehr erfolgreich. Nebst der guten Arbeit des Einsatzleiters und der ganzen Mannschaft, trug auch der windstille Morgen dazu bei, eher eine Ausnahme im Tal, dann das Eternitdach, welches sehr schnell zersplitterte, sodass die Hitze nicht seitlich entweichen musste und die Tageszeit, denn tagsüber sind nur wenige AdF im Tal.

Wir konnten mit Ausnahme einer Landmaschine, alle anderen Geräte in Sicherheit bringen. Tiere waren keine im Stall, sodass sich eine Rettung erübrigte. Der Hauptstall erlitt keine Schäden, beim angrenzenden alten Stall wurde lediglich eine Latte angesengt. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Hunderttausend Franken. Die Brandursache ist noch in Abklärung.

Es standen im Einsatz:
71 Feuerwehrleute
1 Polizeibeamter
1 Brandermittler (Polizei)
1 Tanklöschfahrzeug
1 Kleinlöschfahrzeug
2 Motorspritzen Typ 2
4 Atemschutzbusse
1 Autodrehleiter
1 Pionierfahrzeug
2 Transportfahrzeuge der Feuerwehr
2 Polizeifahrzeuge

Fotos: Fabian Manetsch, Gion Tenner
Bericht: Gion Tenner, Kdt