Bericht: G. Tenner, Bilder: R. Schmed (FW Disentis), Rainer Weidenhaupt, Ivan Degiacomi
Eine der grössten Baustellen der Welt befindet sich zur Zeit in Sedrun. Dort entsteht der längste Eisenbahntunnel der Welt (www.alptransit.ch). Das Ausbruchsmaterial muss über mehrere Kilometer zu Tage gefördert werden. Dies geschieht zuerst mit Eisenbahnwagen, am Schluss mit einer riesigen Förderanalge. Infolge Reparaturarbeiten an dieser letzt gennaten Anlage, gerieten am Montag, den 28. Juni 2004 um 19.05 Uhr die Transportbänder in Brand. Das Feuer breitete sich rasend schnell über eine Länge von 300 m aus.
Das Bild oben zeigt den letzten Abschnitt der Förderanlage, welche durch den Brand zerstört wurde. Die rot gekennzeichneten Teile wurden komplett zersört. Die aus Gummi bestehenden Bänder entwickelten eine enorme Hitze und schmolzen teilweise die Metallkonstruktion. Die Emissionen von Rauch, Russ und Gestank waren enorm. Die Angriffe konnten zum Teil nur durch den Atemschutz ausgeführt werden.
Besonders aufwändig gestalteten sich die Löschangriffe im oberen Teil der Anlage. Hier bestand die Möglichkeit, das beförderte Material auf zwei verschiedene Bänder zu führen. Einsturzgefahr und versperrte Zugänge erschwerten zudem unsere Arbeit.
Während oben der grösste Teil des Atemschutzes im Einsatz stand, löschte das Pikett 1 der FW Disentis die Förderbänder im Tal. Dank des TLFs konnten sämtliche Anlagen mit Schaum abgelöscht werden.
Die Arbeit im steilen Gelände, Rauch und Hitze erschwerten auch hier die Löscharbeiten.
Im Einsatz standen 45 AdF der Feuerwehren Sedrun, Disentis und der Grubenwehr der TRANSCO AG, welche für Notfälle im Tunnel verantwortlich ist. Zwei TLF und eine Motorspritze besorgten das nötige Löschwasser, wobei letztere nicht zum Einsatz kommen konnte, da das Bächlein der Val Bugnei zu wenig Wasser lieferte. Die Feuerwehr Sedrun wurde um 19.15 Uhr aufgeboten, der Atemschutz der FW Disentis um 19.52 Uhr und der Pikett 1 Disentis mit TLF um 20.10 Uhr. Der Einsatzleiter der FW Disentis traf um 20.08 Uhr auf dem Schadenplatz ein.
Das Feuer konnte innerhalb einer guten Stunde unter Kontrolle gerbacht werden. Die Nachlöscharbeiten dauerten jedoch bis 23.00 Uhr. Eine Brandwache, gestellt durch die FW Sedrun, sicherte den Platz während der Nacht.
Danach begannen sehr aufwändige Retablierungsarbeiten. Bis die FW Disentis wieder einsatzbereit war, war es 00.30 Uhr. Die übrigen Instandstellungsarbeiten werden voraussichtlich noch zwei Tage dauern. Kleidung, Schlauchmaterial und Geräte sind mit hartnäckigem Russ verschmiert.
Beim Brand wurden keine Personen verletzt. Der Sachschaden, sowie der Schaden an die umliegenden Gebäude und Ausrüstung der Feuerwehr hingegen ist gross und wird die Millionengrenze übersteigen.
Ein Lastwagenfahrer fuhr am Freitag, den 18. Juni 2004, Richtung Oberalppass. Kurz nach Tschamut, bei der Einfahrt in den ersten Tunnel, streifte der Hinteraufbau die Tunneldecke so heftig, dass der ganze Aufbau heruntergerissen wurde. Um die Fahrt fortsetzen zu können, brauchte der Fahrer die Hilfe des Strassenrettungsstützpunktes Disentis. Mit Pioniergeräten konnten die drei AdF die schweren Alutragteile zerkleinern und auf den Lastwagen laden. Verletzt wurde niemand.
Die Bilder unten zeigen die Unfallstelle nach den Aufräumarbeiten.
Fotos: D. Sac Am Sonntag Abend, den 12. Januar 2004 um 19.05 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Zwischenfall in Acletta aufgerufen. Aus einem defekten Brenner war eine grosse Menge Heizöl ausgetreten. Der Schaden am sich noch im Bau befindenden Gebäude ist mittelmässig. Im zweistündigen Einsatz konnte des Heizöl gebunden werden. Dabei musste vorhandenes Baumaterial in drei Zimmer umgelagert werden. Probleme bereitete ein enges Lüftungsschacht, wo eine grössere Menge Öl hineingeflossen war. Das verseuchte Bindemittel, sowie mehrere Säcke Zement und einige Gegenstände wurden nach Untervaz in die Kehrichtverbrennungsanlage gebracht. Für die Umwelt bestand zu keiner Zeit eine Gefahr.
Samstag, den 12.12.2003 – kurz vor ein Uhr nachts. Auf der Oberalpstrasse N19 im Dorf Disentis prallen zwei PW’s frontal aufeinander. Die drei Insassen sind zum Teil schwer verletzt und eingeklemmt. Die Passanten, welche gerade von einem Klausabend nach Hause gehen, handeln richtig und bieten sofort und gleichzeitig über der Notrufnummer 117 Polizei, Sanität und Feuerwehr auf. Um 00.59 wird die Strassenrettungsgruppe der FW Disentis zum ersten grossen Einsatz aufgeboten.
Die günstige Alarmierungszeit bedingt, dass alle Einsatzkräfte schnell auf Platz sind. Die Polizei trifft zuerst ein, gefolgt von der Sanität, der Feuerwehr und dem ersten Arzt. Nach einer Triage entscheidet dieser über die Reihenfolge der Bergung. Schnell wird klar, dass ohne hydraulische Geräte nichts möglich ist.
Während die TLF-Gruppe den Schadenplatz absichert, bereiten weitere AdF das nötige Material vor. Die Erstversorgung beginnt.
Der Fahrer des ersten Wagens ist so schwer verletzt, dass der Arzt die REGA (Schweizerische Rettungsflugwacht) aufbietet. Nach einer halben Stunde trifft die zweite Ambulanz von Ilanz ein. Rettungssanitäter und Ärzte betreuen zusammen mit der Feuerwehr die Patienten.
Der Heli landet aus Sicherheitsgründen ausserhalb des Dorfes. Nach der Stabilisierung der Patienten werden diese in die nächsten Spitäler geflogen, bzw. gefahren. Für die Feuerwehr beginnt zusammen mit der Polizei und dem TCS die provisorische Räumung der Strasse.
Der Einsatz endet für die Feuerwehr um 04.15 Uhr.
Obwohl ein solcher Einsatz noch nie in diesem grossen Rahmen geübt worden war, war die Zusammenarbeit hervorragend. So waren wir auch mit unserer Leistung sehr zufrieden. Zu bemerken ist auch, dass alle Organisationen auf Platz erstaunt waren, welche Infrastruktur und welche Möglichkeiten wir mit der heutigen Ausrüstung und als perifere Region haben.
Den drei Patienten wünschen wir eine gute Genesung. Den Einsatzkräften danke ich für den Einsatz.
18.10.2003. The same procedure as every year – könnte man meinen: jedesmal wenn die RhB-Dampflok nach Disentis kommt, muss die Feuerwehr ausrücken. Dieses Jahr schon zum zweiten Mal.
Die Steigung zwischen Trun und Disentis verlangt von der Lok grosse Anstrengungen und dabei fliegt glühende Kohle aus dem Kamin. So entzündete die Lok am Samstag, den 18. Oktober 2003 gleich an fünf Stellen die steilen Hänge nur auf dem Gebiet unserer Gemeinde, zwischen Rabius und Sumvitg konnte die Löschgruppe der RhB einen ersten Flurbrand selber löschen.
Die Feuerwehr rückte zuerst mit 10 Mann aus. Als wir jedoch die verstreuten Brände sahen, mussten wir Verstärkung anfordern. Mit 19 Mann konnten die Feuer nach einigen Stunden gelöscht werden. Die Situation: Schon auf der Fahrt zu den Schadenplätzen galt es die verschiedenen Brände nach Prioritäten einzustufen. Erste Priorität hatte der Flurbrand im Wohngebiet Chischliun. Dort brannte es nur sieben Meter von einem Wohnhaus entfernt.
Dieses Feuer konnte dank TLF und Schnellangriff schnell unter Kontrolle gebracht werden. Ein Übergriff auf das Haus konnte vermieden werden, dies sicher auch, weil Anwohner das Feuer mit einem Gartenschlauch zu bekämpfen versuchten
Zweite Priorität hatte das Feuer oberhalb Disla. Dort brannte zudem noch Gestrüpp. Hätten die Bäume Feuer gefangen, wäre ein Übergriff auf den nahe gelegenen Wald nicht auszuschliessen gewesen, da ein starker Föhn unsere Arbeit erschwerte.
Zudem musste das Löschwasser mit dem TLF herangebracht werden. Eine Transportleitung vom nächsten Bach wäre zu aufwändig gewesen.
Dritte Priorität hatte der Brand unterhalb des Hotels Disentiserhof. Auch hier halfen Hotelangestellte eifrig mit, das Feuer zu löschen.
In dieser Zeit konnte sich der vierte Brand sehr stark ausdehnen (Bild oben und unten). Darum waren die Löscharbeiten hier ausgedehnter. Unterstützt wurden wir vom RhB-Löschzug.
Der fünfte Brand, wieder im Wohngebiet von Chischliun, konnte durch den RhB-Löschzug gelöscht werden. Rückblickend hatten wir Glück. Dank raschem Aufgebot und gezielten Löschmassnahmen konnten Schäden vermieden werden. Insgesamt brannte rund 1 Hektare Weidland und Gestrüpp. Sachschaden und Unfälle sind keine zu vermelden. Wir danken den Hotelangestellten des Disentiserhofs, sowie dem Löschzug der Rhätischen Bahn für die Unterstützung.
Sonntag, den 3. August 2003 um 14.50 Uhr: Die Anwohner der Weiler Mumpé Tujetsch, Acletta, Segnas und Mumpé Medel hören einen grossen Knall im Raum Mumpé Tujetsch. Die Zeugen berichten von einem Zischen, darauf eine Explosion mit einer grossen Stichflamme.
Was war geschehen? Laut den Experten der ATEL (Elektrizitätswerk Aare-Tessin AG) gibt es zwei Gründe für den Kurzschluss zwischen Starkstromleitung und Wald. Hauptverantwortlich ist der enorme Energieverbrauch in Italien, welcher die Leitungen stark erhitzt hat. Zusätzlich folgt die Hitze der Sonne, welche die Ausdehnung der Leitungen verursachte und folglich dazu führte, dass diese den Baumkronen zu nahe kamen. Als die Distanz klein genug war, gab es einen Lichtbogen mit Kurzschluss. Der Lichtbogen wurde über die Tannen in den Boden geleitet und verbreitete sich über die Wurzeln der betroffenen Tannen. Der dürre Waldboden fing sofort Feuer. Als die Feuerwehr den Einsatzort erreichte, brannte es an sieben verschiedenen Stellen. Der schöne Sonntagnachmmittag veranlasste, dass viele AdF unterwegs waren. So erreichte das erste Aufgebot durch die NEZ Chur lediglich acht Personen. Erst die zweite Pikettgruppe sorgte für genügend Personal. Zusammen mit Gemeindeförster Edwin Deflorin und Feuerwehrinspektor Marco Rageth waren 25 Personen im Einsatz. Bevor die Löscharbeiten beginnen konnten, galt es die Gefahr durch den Starkstrom zu eliminieren. Aufgrund einer Falschaussage zum Anfang, waren einige Schwierigkeiten zu überwinden. Um weiteren Schaden zu verhindern, begannen wir am Rand die ersten Glutnester vorsichtig zu löschen. Als endlich die Verantwortlichen der ATEL-Gruppe erreicht werden konnten, konnte der Strom abgestellt werden. Sofort begannen die Löscharbeiten im Grosseinsatz.
Das Wasser war Dank der Fusion der Wasserversorgungen Mumpé Tujetsch und Disentis kein Problem. Das Feuer war auch nicht dermassen gross, dass viele Leitungen verlegt werden mussten.
Um einen weiteren Kurzschluss zu verhindern, fällten wir im Auftrag der ATEL rund 20 Bäume.
Um das Feuer zu löschen, standen 25 AdF im Einsatz. Das Wasser lieferte die Wasserversorgung Disentis über einen Hydranten und 180 m 75er Zubringerleitung zum TLF. Von dort führten zwei Transportleitungen zur Brandstelle. Gelöscht wurde mit vier 55er Leitungen.
Sehr aufwändig waren am Schluss die Retablierungsarbeiten, weil die Schläuche sehr stark verschmutzt waren.
Schlussbemerkungen:
Die Angriffsrichtung war trotz des Windes richtig gewählt, sodass wir genügend Wasser hatten. Der Beizug des Gemeindeförsters war von grossem Nutzen, weitere Ausräumarbeiten konnten so direkt in die Wege geleitet werden.
Der ATEL-Pikettdienst wurde eingeflogen. Die Zusammenarbeit mit ihnen war sehr gut. Wir werden unsere Unterlagen mit fehlenden Nummern ergänzen. Leider mussten wir einmal mehr feststellen, dass die NEZ uns die nötigen Informationen nicht liefern konnte.
Wir danken Major Marco Rageth und Herrn Edwin Deflorin, sowie den Pikettdiensten der Werke Aurax und ATEL für die Unterstützung.
Sonntag, den 11. Mai 2003, 13.04 Uhr. Auf der Extrafahrt nach Disentis entzünden Funken aus dem Schornstein der RhB-Dampflok eine Magerwiese in Cresta, unterhalb von Faltscharidas. Das dürre Grass steht schnell in Flammen.
Normalerweise begleitet ein Löschzug der Bahn den Dampfzug, um allfällige Brände direkt löschen zu können. Dieser muss aber in Sumvitg warten, bis die nach Chur fahrenden Züge die einspurige Strecke wieder frei geben.
Es dauert eine Weile, bis die Feuerwehr mit 10 Mann aufgeboten wird. Bis zu diesem Zeitpunkt ist auch die Löschkomposition der Rhätischen Bahn vor Ort und kann mit den Löscharbeiten beginnen. Für die Feuerwehr bleiben lediglich noch die Nachlöscharbeiten, welche mit 4 Mann bewältigt werden können. Die anderen AdF können wieder entlassen werden, bzw. kommen gar nicht zum Einsatz. Das Feuer brannte ca. 200 mMagerwiese nieder. Von einem Schaden kann man jedoch nicht reden, da die Wiese nicht gemäht wird.
Bilder: Hans Huonder (Romanische Nachrichtenagentur ANR), Pirmin Monn und Christian Loretz
Sehr schwere Niederschläge während mehreren Tagen liessen bereits am Freitag, den 15. November, nichts Gutes ahnen. Die Bäche, welche normalerweise ruhig die Täler hinunterfliessen, wuchsen zu reissenden Flüssen heran. Riesige Wassermengen auf Wiesen und Halden strömten zu Tal. So war der erste Telefonanruf am Samstag Morgen um 07.17 Uhr nicht überraschend. Herr Ervin Maissen vom Bauamt Disentis fragte mich an, ob ich nicht eine Rüfe in Clavaniev ansehen können, um zu entscheiden, was zu machen sei. Wir einigten uns noch am Telefon die Pikettgruppe 1 aufzubieten.
Auf dem Schadenplatz angekommen, hatte sich die Situation in Clavaniev dramatisch verändert. Eine zweite, viel grössere Schlammlawine im Osten des Dorfes versperrte die Strasse, Schlamm und Wasser flossen Richtung Häuser. Kurz darauf trafen Feuerwehr und Polizei auf dem Schadenplatz ein. Nur wenige Minuten vergingen, bis ein zweiter Rutsch folgte. Sofort sperrten wir die Strasse und besorgten, dass die Anwohner ihre Häuser verliessen. Hinter dem Dorf Clavaniev folgte ein weiterer Erdrutsch.
Nach einer Lagebeurteilung war klar, dass die aufgeforderten Mittel nicht reichten. Wir mussten nämlich sorgen, dass das Wasser keinen Schaden anrichten konnte. Schweres Baugerät musste her. Um 07.50 Uhr wurde der Pikett 2 mit insgesamt 30 Mann aufgeboten. Die vom Kanton im August gelieferten Sandsäcke kamen zum Einsatz, doch die vorhandenen Mittel reichten bei Weitem nicht. Als ein dritter Rutsch folgte, beschlossen wir die gesamte Feuerwehr aufzubieten. Das Wasser wurde endgültig durch das Dorf Clavaniev geführt, da die Strassen im Dorf bereits zerstört waren. Durch Clavaniev tobte und floss ein richiger Bach!
In der Zwischenzeit meldete Gemeindeförster Edwin Deflorin Probleme in der Val Mala oberhalb des Klosters Disentis. Mit 5 AdF nahm er dort Sicherungsmassnahmen vor. Die Val Mala ist hinsichtlich Unwetter ein schwieriges Tal. Es bestand die Gefahr, dass dieses Bächlein, nun zum immer grösser werdenden Wildbach, das Dorf Disentis mit dem Bahnhof und das Kloster in Gefahr brachte.
Der Gemeindekrisenstab wird nach Absprache mit der Polizei einberufen, um die Evaquation des Dorfes Clavaniev und der Quartiere Latis und Caschuarz vorzubereiten. Gleichzeitig wird das Aufgebot für den Zivilschutz durch Tumaisch Desax vorbereitet, denn die Feuerwehr ist bereits voll ausgelastet.
Umleitung des Val Mala Baches durch Disentis
Wohl die spektakulärste Aktion erreichten wir in der Val Mala. Die Warnung vom Gemeindeförster hatte zur Folge, dass wir sicherheitshalber einen Lenkdamm westlich vom Klostergebäude, durch die Gassa Gronda auf die Oberalpstrasse und dann weiter auf die Lukmanierstrasse nach Raveras errichteten. Dies im Falle, dass die Kanalisation die Wassermengen nicht schlucken würde.
Noch bevor der Damm fertig war, verstopfte sich die Kanalisation im unteren Bereich oberhalb des Bahnhofes Disentis. Der Bahnhofsplatz begann sich mit Wasser zu füllen. Über die Stützmauer ergoss sich ein Wasserfall. Um den Schaden zu mindern, beschlossen wir den noch in Erstellung befindlichen Damm in „Betrieb“ zu nehmen. So wurde das meiste Wasser der Val Mala durch das Dorf geleitet. Wasserschäden auf der Klosterbaustelle und im Dorfzentrum, sowie auf dem Bahnhofareal konnten so vermieden werden. Sekundärschäden sind lediglich bei einer kleinen Strasse oberhalb des Klosters durch ausgewaschenen Sand entstanden. Gebäude wurden nicht beschädigt.
Während wir mit dem Abfüllen der Sandsäcke beschäftigt waren, ging östlich des Coops um 14.00 Uhr eine neue Schlammlawine nieder. Die Oberalpstrasse wurde verschüttet, ein PW konnte sich in letzer Sekunde gerade noch retten. Bald folgte eine zweite Rüfe, sodass die Anwohner der Schulstrasse sicherheitshalber ihre Häuser verliessen. Nun arbeiteten wir an vier Stellen: in Clavaniev, in der Val Mala, im Dorf und an der Oberalpstrasse.
Ein 6-er Team der Feuerwehr musste den Hang sichern, um weitere Steinschläge zu verhindern. Inzwischen ist auch das Quartier Cons-su evaquiert.
Weitere Rüfenniedergänge werden gemeldet:
Punt Stalusa: drei Rüfen, eine davon sehr gross. Kantonsstrasse ist verschüttet, die Geleise und das Trassee der Rhätischen Bahn teilweise komplett zerstört.
Auch in Segnas zerstört eine Rüfe einen Hydranten. Die Wasserversorgung muss parziell unterbrochen werden.
In Val Peisel wird Kulturland zerstört. Rüfen folgen unterhalb Caprau, in Pardomat und Madernal.
Um 16.00 Uhr löst sich in Acletta West eine Schlammlawine unterhalb des Schutzwaldes. Steine zerstören die Haustüre und die Fenster eines Wohnhauses derart, dass sich der Keller und der erste Stock bald mit Schlamm und Wasser überflutet waren.
Während der Besprechung der Schadenlage löst sich eine zweite, grössere Rüfe und verschüttet weitere Teile der Strasse. An den übrigen Häusern entstehen kleinere Schäden. Da die Sitaution zu gefährlich ist, sperren wir das Gebiet und verschieben die Räumungsarbeiten bis auf Weiteres.
Hier drangen Bäume und Steine bis ins Wohnzimmer. Der Schlamm und das Wasser zerstörten zwei Stockwerke.
Am Sonntag konnte mit dem Auspumpen der Wohnungen und Kellerräume begonnen werden. Um zu verhindern, dass neuer Schlamm nachfloss, musste das Wasser kanalisiert werden. Nachdem das Quartier stromlos geschaltet wurde, sicherte der Zivilschutz die Stelle mit einer Wache.
Auch Disla wird im Verlauf des Abends evaquiert. Die Unterbringung der Anwohner erfolgt in der Zivilschutzanalge im Sportzentrum Disentis. Da das Fest des Skiclubs Disentis nicht stattfinden kann, stellen sich die Verantwortlichen im Dienste der Öffentlichkeit. Das vorgesehene Festessen wird den Einquartierten, dem Zivilschutz und der Feuerwehr zu Gute.
Entspannung in Sicht
Am Sonntag beginnt der Dienst der Feuerwehr um 06.00 Uhr. Die Sicherungs- und Aufräumarbeiten laufen an. In Acletta arbeiten wir praktisch den ganzen Tag in den zerstörten Häusern, um weiteren Schaden zu verhindern.
Die Val Mala hat sich beruhigt und das Wasser kann in die Kanalisation zurückgeführt werden.
In Clavaniev laufen die Vorbereitungen für die Zurückführung der Einwohner an. Um die Bewohner der Fraktionen Mumpé Medel, Cavardiras und Pardomat zu unterstützen, werden am Morgen je zwei Feuerwehrmänner eingeflogen. Langsam können die gemeindeinternen Strassen wieder geöffnet werden. Der Krisenstab wird aufgelöst. Um 20.30 Uhr ist der Einsatz der Feuerwehr beendet.
Seitens der Feuerwehr gab es keine nenneswerten Probleme. Alles verlief störungsfrei. Lediglich die Kommunikation verursachte Schwierigkeiten, da beim Rüfenniedergang in der Punt Stalusa ein Hauptkabel der Swisscom zerstört wurde.
Schlussbemerkung
Die vielen Einsätze des Jahres 2002 hatten auch ihr Gutes: die Arbeiten der Feuerwehr verliefen beide Tage ruhig und überlegen. Die Offiziere und Gruppenführer haben die Mannschaft souverän geführt. Manchmal waren die Entscheidungen sogar zu schnell aus Sicht des Krisenstabes, jedoch richtig. Man sieht, dass die Investitionen in Aus- und Weiterbildung Früchte tragen. Immerhin werden wir immer wieder geschult, Entscheidungen schnell und präzis zu treffen. Der Einsatz aller AdF war top! Als Kommandant darf ich stolz sein, eine solch motivierte Truppe mit solch gutem Personal führen zu dürfen. Spitzenleistung auf allen Ebenen!
Das alles so gut gelang, ist auch auf die Mithilfe von verschiedenen Personen zurück zu führen. Erstens ist hier Bauchef Ervin Maissen mit seiner grossen Erfahrung zu nennen. Er war mehr als nur eine rechte Hand. Auch Zivilschutzchef Tumaisch Desax mit seinen Leuten hat uns sehr geholfen. Ohne den Zivilschutz hätten wir vieles nicht so schnell erledigen können. Ein Dank geht auch an den Krisenstab mit Aldo Tuor (Gemeindepräsident), Pius Cavegn (Tiefbauamt), Edwin Delforin (Gemeindeförster), Alex Dermon (Rettungskolonne SAC) und Ervin Maissen (Bauamt).
Unterstützung erhielten wir auch von der Kapo Disentis, welche uns wo immer auch möglich half. Fast Unmögliches bewerkstelligte Feuerwehrkommandant Christian Casutt aus Ilanz. Er brachte uns die nötigen Sandsäcke, welche viel Übel abwenden konnten. Seine Rückkehr nach Ilanz wurde leider weniger lustig. Nach vielen Hindernissen konnte er kurz vor der grossen Katastrofe in Trun und Schlans seine Heimatstadt erreichen. Wir sind glücklich, dass er dort heil angekommen ist. Auch Bezirksinspektor Augustin Calivers gab sein Bestes und organisierte Sandsäcke, welche leider durch die schwere Lage nie Disentis erreichten. Hoffentlich konnten sie woanders gute Dienste leisten!
Schliesslich im Dank eingeschlossen seien auch alle, welche der Feuerwehr auf irgendeine Weise geholfen haben.
Am 12. November 2002 werden wir zu einem Ölunfall in Sontget/ Hotel Disentiserhof aufgerufen. Beim Umkuppeln einer Ölleitung fliessen 30 Liter Heizöl aus. Pech für den Lastwagenfahrer, denn direkt unter dem Anhänger befindet sich ein Entwässerungsschacht für den Platz. Das Heizöl fliesst so in die Drainage des Hotels und verteilt sich auf mehrer Schächte und hunderte Meter Leitungen. Doch der Chauffeur hat auch Glück. Am Ende der Sickerleitung erstellen Bauarbeiter zur gleichen Zeit eine Stützmauer. Dadurch ist die Verbindung zum nächsten Bach unterbrochen. Die Arbeiter reagieren schnell und können das Heizöl auffangen. Wir erstellen nach Eintreffen sofort einen dreifachen Brandschutz. Die Abwasserreinigungsanlage wird informiert, das noch sichtbare Öl gebunden. Sofort beginnt auch die Erkundung der Ausbreitung. Da keine aktuellen Pläne vorhanden sind, brauchen wir sehr lange, bis wir einen Überblick über das Abwassersystem haben. Sicherheitshalber sperren wir Darinage und Abwasser. Der herbeigerufene Ölwehrstützpunkt kann wenig ausrichten, da es vor allem um den Wegtransport des kontaminierten Wassers geht. So muss eine Spezialfirma geholt werden. Nun beginnt eine mühsame Säuberungsaktion. Zum Teil müssen bis zu 70 Meter lange Saugleitungen erstellt werden. Sämtliche Schächte und die gesamte Drainage und Teile der Kanalisation werden gereinigt. Der Einsatz dauert bis Mitternacht. Der Einsatz mit Feuerwehr Ölwehrstützpunkt Laax, Polizei, Amt für Umweltschutz, Bauamt Disentis, Kläranlage Disentis und Reinigungsfirma hat bestens funktioniert. Die Einsatzkosten erreichen so aber schnell einen fünf Stellen Betrag.
Freitag, den 20. September 2002. Es war 16.17 Uhr als die Strassenrettungsgruppe der Feuerwehr Disentis zu einem Verkehrsunfall aufgeboten wurde. Da der Alarm in einer günstigen Tageszeit fiel, waren wir bereits nach vier Minuten auf den Weg nach Ruinas, zwischen Disentis und Curaglia. Was mir Sorgen bereitete, war das Wort „Tunnel“ in der Pagermeldung. Sind wohl Personen eingeschlossen?
16.26 Uhr traf das Pikettfahrzeug an der Unfallstelle ein. Dicker, schwarzer Rauch stieg aus dem Tunnel. Drinnen waren kleine Explosionen hörbar. Ein Angestellter des kantonalen Tiefbauamtes schilderte kurz die Lage: zwei Personenwagen seien im Tunnel frontal zusammengestossen. Dabei fingen die Wagen Feuer. Personen seien keine eingeschlossen, zwei seien in der Nähe des Brandes in einem Tuneldurchbruch, andere konnten durch Fahrzeuglenker gerettet werden. Lediglich eine jüngere Person sei nicht aufzufinden.
Da der Tunnel eine rechte Steigung hat und der Wind für uns günstig war, konnten wir uns bis auf 50 m der Unfallstelle nähern. Schnell war klar dass:
eine Löschaktion nur unter Atemschutz durchzuführen war
wir eine Problem mit der Wasserversorgung haben werden, da es in dieser Region kein Wasser, ausser den Medelserrhein gibt. Dieser fliesst aber tief unten in der Medelserschlucht, ein Zugang ist nur unter sehr erschwerten Bedingungen möglich
Von der anderen Tunnelseite wäre ein Angriff aber möglich, so dass wir sofort die Pikettgruppe der Feuerwehr Medel/Lucmagn aufboten. Um 16.55 Uhr war ein Teil dieser Feuerwehr bereits im Einsatz. Eine Transportleitung Richtung Tunnel von Süden her wure erstellt.
Auf der Nordesite began der Atemschutz den Angriff mit Schaum. Die Fahrzeuge konnten schnelll gelöscht werden. Die Sicht im Tunnel wurde durch den Wasserdampf noch schlimmer. Trotzdem gelang es einem Atemschutztrupp, an den Fahrzeugen vorbeizukommen und den restlichen Tunnel nach Personen abzusuchen. Als die Transportleitung von der anderen Seite stand, bekamen wir Unterstützung mit einem zweiten Schnellangriff. Der Atemschutztrupp fand den vermissten Jüngling in einer Tunnelnische, unverletzt.
Das nächste Ziel war die Strasse wieder für den Verkehr zu öffnen. Wir beschränkten uns zuerst auf eine Fahrbahn. Dabei musste das Lösch- und Reinigungswasser aufgefangen werden. Nach ungefähr zwei Stunden konnten die Fahrzeuge einseitig wieder rollen. Nachdemm die Fahrzeugwracks entfernt waren, unterstützte uns ein Strassenreinigungslastwagen der Firma Candinas in Surrein bei der Reinigung. Nach viereinhalb Stunden war die strasse wieder frei. Der Einsatz endete endete für uns eineinhalb Stunden später, nachdem das verwendete Material wieder in Stand gesetzt war.
Zusammenfassung
Der Einsatz der beiden Feuerwehren mit vier Feuerwehrfahrzeugen und rund 35 AdF war sehr gut. Obwohl wir eine solche Aktion noch nie zusammen geübt haben, lief die Zusammenarbeit der beiden Feuerwehren Hand in Hand. Dies ist sicher auf die engere Zusammenarbeit der letzten Jahre zurückzuführen. Die Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei, mit dem Sanitätsdienst und den kantonalen Tiefbauamt war ebenfalls sehr gut.
Zudem hat sich die gute Ausrüstung sehr gut bewährt. Die Erfahrung in der Strassenrettung, auch wenn es nur Übungen waren (zum Teil auch in Tunnels), war sehr nützlich.
Alle Einsatzkräfte sind trotz der guten Leistung aber enttäuscht. Der Unfall ist bereits der fünfte Verkehrsunfall in diesem Tunnel, an diesem Ort, in diesem Jahr. Hinzu kommen noch einige kleinere Unfälle ohne Beizug der Polizei. Der Kanton wurde bereits mehrere Male auf die Rutschgefahr aufmerksam gemacht. Lediglich der Belag wurde ausgefräst, Tafeln wurden angebracht und eine Beleuchtungsanlage installiert. Zudem besteht im Tunnel keine Funkverbindung, was unsere Arbeit besonders erschwerte.
Dass der Unfall so schnell entdeckt wurde, verdanken wir den Arbeitern des Tiefbauamtes, welche zufällig gerade dort waren. Wären sie nicht gewesen, hätten die Betroffenen keine Polizei, Sanität oder Feuerwehr alarmieren können, denn die dafür notwendigen Anlagen fehlen. Auch eine Mobiltelefonverbindung ist im Tunnel nicht vorhanden. Wir fragen uns darum: was muss noch geschehen, bis der Kanton etwas unternimmt?
Für einmal mehr kamen die Betroffenen, mit Ausnahme zweier Leichtverletzten, mit dem Schrecken davon. Zwei Autos wurden komplett zerstört. Am Tunnel selber entstand kein grosser Schaden. Die Fahrbahn war kurze Zeit nach der Reinigung wieder glitschig und rutschig. Verschiedene Fahrzeuglenker fuhren wieder ohne Schilder und Warnsignale zu beachten. So kommt der nächste Einsatz bestimmt!
Einmal ein Feuerwehrmann – immer ein Feuerwehrmann!
26.1.2002. 21.20 Uhr: Der gemütliche Fernsehabend wird jäh durch quälenden Rauch gestört. Die Hausbesitzerin ruft nach ihrem Mann, der sofort ahnt, dass etwas Schreckliches in der anderen, nebenstehenden Wohnung vor sich geht. Eher widerwillig verlässt er mit seiner Frau die Wohnung, um auf der anderen Seite zu schauen, was los ist. An der Haustüre angekommen, sieht er durch das Glas eine rötliche Farbe und weiss sofort: Feuer! Als ehemaliger Feuerwehrmann zieht er den bereits gesteckten Schlüssel aus dem Schloss. Ja nicht die Türe öffnen – das habe er einaml in der Feuerwehr gelernt, berichtete er mir später.
Dem Ehepaar gelingt es in der Aufregung nicht die Feuerwehr zu alarmieren. Ein Nachbar, der zufällig vorbeifährt, kann die Notrufnummer 118 für ihn wählen. Die Alarmmeldung erreicht die erste Pikettgruppe um 21.31 Uhr: Rauchentwicklung in Disentis, s. Gions. Nähere Informationen sind nicht zu erfahren.
Als ich das Feuerwehrmagazin um 21.34 Uhr erreiche, sind bereits drei Feuerwehrleute in der Umkleide. Zusammen mit einem Offizier erreichen wir die Einsatzstelle um 21.39 Uhr. Wir rekognoszieren die Lage und stellen fest, dass:
• keine Personen oder Tiere gefährdet sind
• keine Flammen sichtbar sind
• durch die enge Bauart von verschiedenen Seiten Übergriffe möglich sind, wenn sich das Feuer ausweitet
• es in der zweiten Wohnung eine enorme Hitze herrscht und die Gefahr eines Backdrafts besteht
• die zweite Wohnung westlich stark verraucht ist
• nur unter Atemschutz gearbeitet werden kann
• die Ausbreitung und Ausdehnung des Feuers nicht eindeutig ist
Sofort wird die zweite Pikettgruppe (21.42 Uhr) und somit der gesamte Atemschutz aufgeboten. Der erste Trupp aus dem Pikett 1 macht sich für den Einsatz bereit. Wir bereiten den Angrif vor, indem wir den Schnellangriff und eine 55er Leitung bei der Haustüre östlich postieren. Sobald ein zweiter Atemschutztrupp bereit ist, folgt der erste Angriff. Wir erleben einen grossen Backdraft, als die Haustüre geöffnet wird. Dieser wird jedoch mit Wasserdampf so stark bekämpft, dass der erste Trupp vorrücken kann und schnell die Stube der Wohnung erreicht, wo der Brandherd – ein Specksteinofen – ist. Das nun hell brennende Holz kann mit dem Rohr gelöscht werden.
In der Zwischenzeit wird die gesamte Feuerwehr (21.44 Uhr) aufgeboten. Zwischen Wohnhaus und und dem nächstgelegenem Wohnhaus (Distanz ca. 1.20 m) wird vorsichtshalber ein Hydroschild installiert, westlich wird eine zweite Transportleitung mit zwei Druckleitungen aufgebaut, um das Feuer von der westlichen Wohnung aus bekämpfen zu können. Die zweite Leitung dient als Sicherung für die südliche Seite. Ziel ist es, das Feuer nach aussen zu treiben, sprich gegen Süden.
Der Atemschutztrupp in der Wohnung westlich stellt einen Feuerdurchbruch auf zwei Böden fest, kann diesen aber schnell löschen.
Nach kurzer Zeit ist die Lage unter Kontrolle. Nun geht es darum, die Wandverkleidungen und Decken zu entfernen, um die dahinterliegende Holzwand und das Isolationsmaterial abzulöschen. Auch Möbel müssen abgelöscht werden. Diese Arbeiten müssen nicht mehr unter Atemschutz stattfinden, sodass an verschiedenen Stellen mit der Aufgabe begonnen werden kann. Die Betreuung der nun komplett anwesenden Hausbewohner wird sichergestellt. Auch die Feuerwehr bekommt durch den Samariterverein eine Verpflegungsmöglichkeit.
Um 01.30 Uhr ist der Einsatz für die Feuerwehr zu Ende. Eine Brandwache sichert bis 09.00 Uhr die Einsatzstelle.
Einem Disentiser Feuerwehrkommandanten bereiten die alten Dorfteile in Disentis-Dorf, aber auch in den umliegenden Weilern Sorgen. Und gerade hier hat es diesmal (wieder) zugeschlagen. Nur Dank dem, dass der Hausbesitzer die besagte Haustüre nicht öffnete, entkamen wir einer Katastrofe. Ein Backdraft ohne Wasserangriff hätte das dürre und bereits stark erhitzte Holz schnell entzündet. Beim Eintreffen der Feuerwehr wären das Haus und vielleicht schon bald die umliegenden Gebäude in Vollbrand gewesen. Der Schaden beschränkt sich somit „nur“ auf ein Wohnhaus mit drei Wohnungen, welche aber nicht mehr bewohnbar sind. Sachschaden nach ersten Schätzungen ca. 250‘000.00 Fr.
Auch das besonnene Angreifen (genügend Löschmittel zum ersten Angriff) hat schadenmindernd gewirkt. Auffallend ruhig haben alle Beteiligten gearbeitet, die Chaosphase am Anfang konnte praktisch vermieden werden. Unsere Strategie, dass der Einsatzleiter mit oder ohne Stellvertreter so schnell wie möglich zur Einsatzstelle kommt, um sich ein Bild zu machen, bevor die ersten Feuerwehrleute eintreffen, hat sich bewährt. So konnte die Schadenlage stressfrei aufgenommen und die Taktik gut vorausgeplant werden.
Den Feuerwehrleuten möchte ich meinen Dank aussprechen. Einige von ihnen hatten ihren ersten Einsatz und besuchten erst vor zwei Wochen einen Einführungskurs. Sie haben diese „Feuertaufe“ bestens überstanden. Danke auch für die gute Zusammenarbeit an die Kantonspolizei und dem Samariterverein.
Speziell erwähnen möchte ich hier auch die Kollegen aus Greifensee (ZH), ganz besonders Ihren kant. Feuerwehrinstruktor, der unsere Lagebeurteilung überprüfte und nützliche Ratschläge gab.
Natürlich gibt es noch Punkte, die verbesserungswürdig sind. Wir haben diese notiert, um sie in unseren Übungen zu besprechen und Massnahmen zu ergreifen. Wir dürfen aber stolz sein, dass es nicht grobe Fehler sind, sondern lediglich solche, welche eine gute Feuerwehr von einer noch besseren unterscheidet.
Eingesetzte Mittel:
• TLF
• Einsatzfahrezug
• Transportfahrzeug
• Schnellangriff
• 4 Transportleitungen, 2 davon ab Hydrant
• 6 Druckleitungen, 4 davon prophylaktisch
• 1 Hydroschild
• Mannschaft: 38 Mann (4 Logistik, 4 Offiziere, 30 AdF, davon 14 AS)
Wahrscheinlich durch einen technischen Defekt am Heudosiergerät entzündet sich der Staub und dadurch die nahe gelagerten Strohballen. Der Besitzer versucht zuerst vergeblich das kleine Feuer zu löschen. Einige Nachbarn eilen zu Hilfe. Sofort werden zwei Druckleitungen ab Hydrant verlegt.
Alarmierung der Feuerwehr um 13.54 Uhr durch die Not- und Einsatzzentrale Chur. Nach der Alarmierung rückt das Pikett mit 11 AdF, TLF und MS aus. Bereits zur Zeit der Alarmierung trifft unser Kdt Stv auf dem Schadenplatz ein. Nach Eintreffen des TLF um 14.02 Uhr werden die verlegten Druckleitungen zu einer Transportleitung zum TLF umgebaut. Inzwischen wird mit dem Schnellangriff weitergearbeitet. Starke Rauchbildung erschwert die Löscharbeiten, der Atemschutz muss aufgeboten werden. Da zu dieser Zeit die Grösse des Brandes nicht ersichtlich ist, wird zur Sicherheit und als Unterstützung die gesamte Feuerwehr um 14.45 Uhr aufgeboten (zusätzlich 29 AdF auf Platz). Durch Aufbrechen zweier Wände kann das Feuer besser kontrolliert werden. Zugleich ist ein Angriff von drei Seiten möglich, sodass der Brand sehr schnell unter Kontrolle gebracht werden kann. Der Schaden kann in Grenzen gehalten werden.
Probleme: Die Dachkonstruktion ist sehr stark verstaubt. Durch Kühlung konnte verhindert werden, dass sich dieser Staub entzündete. Auch der Heustock musste vor einem Übergriff geschützt werden ohne dabei grossen Wasserschaden anzurichten.
Wasserversorgung: Der TLF wurde komplett ab Hydrant gespiesen. Da Segnas eine eigene Wasserversorgung hat und zugleich mit der Hauptwasserversorgung der Gemeinde verbunden ist, war mehr als genügend Wasser vorhanden. Zur Sicherheit hätte die MS ab Segneserbach zusätzlich noch Wasser liefern können.
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